Grasentsorgung

Telefonate zur Entsorgung von  Gartenabfällen sind tägliche Highlights in unserem Berufsalltag. Wer will seinen Garten nicht schön haben? Blumen , die sprießen, grünen dichten saftigen Rasen, schöne Hecken.  

Grasentsorgung

In den Baumärkten wird Dünger gekauft, irgendwelche Mittelchen, dass das vermeintliche Unkraut ausgerottet wird oder Ungeziefer vernichtet. Dann geht es zur Entsorgung von Gras, Blumen, Fallobst und co..und?….. das Geld ist ausgegangen. „Was – ich soll mir eine größere Biotonne nehmen?“ “ Ich soll selber kompostieren?“ „Wie stellen, Sie sich das denn vor?“ „Ich schmeiße das in den Wald!“ „Verrottet eh!“ „Eure Öffnungszeiten der Baum- und Strauchschnittplätze sind nicht kundenfreundlich, wenn ich am Nachmittag Rasen mähe, will ich das gleich wegführen!“

Grasentsorgung

Für die Gartenpflege des geliebten Gartens ist das Geld vorhanden. Für die Entsorgung soll die Gemeinde sorgen und die Allgemeinheit zahlen. Ich sehe das natürlich anders. Der Verursacher muss sich schon selber darum kümmern, das seine Abfälle entsorgt werden und auch dafür bezahlen. Sei es einen Häcksler anschaffen, wenn man einen großen Garten hat, selber kompostieren oder aber am Kompostplatz fahren und für seinen biogenen Abfall bezahlen.

5 Möglichkeiten für die Gartenabfallentsorgung

Braune Biotonne

Kleine Laubmengen, Blütenreste oder der Grünschnitt einer nicht allzu großen Rasenfläche passen locker in die Biomülltonne. Ab 60€/Jahr wird der Behälter von uns bereitgestellt (fragt bitte bei euren Abfallverband/Gemeinde nach den Kosten).

Grasentsorgung

Bei der Frage „Wie Grünschnitt entsorgen“ mag einem schnell der Waldrand um die Ecke in den Sinn kommen. Wild abgeladene Gartenabfälle können im Wald zu Problemen führen und sollten darum nicht in die Natur entsorgt werden:

  • Grünschnitt wie frisch gemähter Rasen kann Fäulnis und Gärung im Unterholz bewirken – bis hin zur Selbstentzündung.
  • Baumschnitt und andere Zweige können genau wie der Rückschnitt von Sträuchern Krankheitserreger enthalten.
  • Waldfremde Abfälle wie Zwiebeln könnten Tiere vertreiben oder der umliegenden Flora schaden.
  • Schimmel auf Gartenabfällen gefährdet den natürlichen Nährstoffkreislauf im Wald.

Die Folge: Das wilde Abladen der Gartenabfälle in die Natur ist verboten. Wer Grünschnitt im Wald entsorgt kann mit einer Strafe bis zu 21.800 Euro bestraft werden. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit nach dem Abfallrecht und verstößt zusätzlich gegen waldrechtliche Vorschriften. Gartenpflanzen haben im Wald nichts verloren. Sie verdrängen die heimische Vegetation und können bis zu allergischen Schüben viele Nachteile für Mensch und Tier verursachen. Hier ein Appell vom Recyclingportal.

Container für den Gartenputz

Wer jahrelang den Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern vernachlässigt hat und nun alles einmal radikal kürzt, wird schnell eine große Menge Biomasse ansammeln. Auch für solchen Massen-Grünschnitt gibt es Lösungen. Bei diversen Entsorgen könnt ihr Container bestellen, wo der Grünschnitt entsorgt werden kann. Eine Liste der Entsorgungsfachbetriebe findet ihr hier.

Welcher Grünschnitt darf in den Container?

  • Gemähtes Gras und Stroh
  • Unkraut
  • Zweige und Äste
  • Laub und Blätter
  • Wurzeln
  • Gartenabfall wie Heckenschnitt und Pflanzen
  • Pflanzenteile wie Strauchschnitt, Stauden, ganze Sträucher
  • Dünnere Baumstämme (meist bis 15 Zentimeter Durchmesser und zwei Meter Länge)

Für größere Baumstämme, dicke Äste oder ganze Bäume sollten anders wertig entsorgt werden. Freund „google“ weiß Bescheid.

Komposthaufen

Völlig kostenlos und mit geringem Aufwand finden viele Grünschnitte ihre letzte Ruhe auf einem Komposthaufen. Aus Abfall wird hochwertige Erde, in deren Nährstoffen im nächsten Jahr neue Gemüsesorten gedeihen.

Für den Kompost eignen sich:

Kompostierung #Mäuseplage

  • dünne Baumschnitte,
  • Strauchschnitt,
  • Laub,
  • Blumenleichen,
  • Gemüsereste,
  • Kaffee- und Teesatz
  • Rasenschnitt
  • eine Zitrone oder eine Bananenschale (möglich Bio)
  • Eierschalen sollten vorher zerkleinert und
  • langlebige Unkräuter wie Giersch zuvor einige Tage getrocknet werden.

Fleisch, Knochen und alle gekochten Speisen gehören nur dann am Kompost, wenn man das Handwerk versteht. Wenn dann gehören diese Abfälle in die Mitte des Haufens, wo bereits hohe Temperaturen vorherrschen. Wenn ihr nicht wisst wie man richtig kompostiert, dann schafft man ein Paradies für Ratten und Mäuse.

Natürlich gehören alle sonstigen nicht verrottenden Stoffe ebenfalls nicht auf den Kompost. Details zur Kompostierung findet ihr zB hier.

Elektrisches Helferlein

Kleinere Grünschnittreste verrotten deutlich schneller als zum Beispiel komplette Äste. Ein Häcksler macht aus grobem Astschnitt ruckzuck vermodernden Kompostabfall. Wer keinen hat, kann sich oft im örtlichen Baumarkt für kleines Geld ein solches Gerät leihen. Einfach Nachfragen beim Maschinenring/Lagerhaus etc.

Baum- und Strauchschnittplatz

Als Alternative für größere Mengen bietet sich die Entsorgung der Gartenabfälle am  Baum- und Strauchschnittplatz in der Umgebung an. Die Entsorgung von Baum und Strauchschnitt ist meist kostenlos. Auch Rasenabfälle können meistens günstig entsorgt werden. Es macht immer Sinn beim heimischen Abfallverband nachzufragen.

 

Grasentsorgung

Brauchtumsfeuer

Das schnelle Feuer ist KEINE legale Möglichkeit zur Entsorgung von Gartenabfällen! Zu Ostern gibt es vieler Orts noch Osterfeuer, zur Sommersonnenwende oder der Funken (wo man ganz praktisch die Christbäume des Ortes verbrennt) zählen zu den Brauchtumsfeuern. Diese sollten bei der Bezirkshauptmannschaft angemeldet werden. Ich rate trotzdem zur Vorsicht, da die gesetzlichen Bestimmungen von Bezirk zu Bezirk, von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Diese Feuer zur Verbrennung seiner Abfälle zu missbrauchen ist illegal. Hier ein Beispiel aus Niederösterreich.

Müllverbrennung

Fazit

Zusammenfassend kam man sagen, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, wie man seine Gartenabfälle entsorgen könnte. Wer einen schönen Garten haben will buttert Zeit, Energie und Geld hinein. Dann muss auch die Entsorgung einen Wert haben und kann es nicht der Allgemeinheit umhängen. Am Schlimmsten finde ich dann diejenigen, die entlang eines Güterweges ihr stinkiges Gras abladen und damit die Luft verpesten. Wenn man sich dann noch etwas in die Materie vertieft und liest, welche Pflanzen man somit im Wald ansiedelt, die dort nichts verloren haben, wird einem Angst und Bange. Dann hört man Horrormeldungen von Pflanzen wo man einen allergischen Schub bekommt oder Verbrennungen. Man braucht sich dann auch nicht wundern wenn heimische Pflanzen dadurch ausgerottet werden.

Entweder ihr steht zu einem wilden Garten oder ihr überlegt euch, wie ihr die Gartenabfälle selber richtig entsorgt, eure Trennsetterin

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