Über mich

Ing. Angelika Büchler MSc

 
 

Ich bin ein Kind der 80 er Jahre. Zu jung für Hainburg, zu jung für Zwentendorf. Aber noch immer in Erinnerung. Ob es die Sonnenpickerl waren, die überall aufgeklebt wurden, um auf die Volksbefragung gegen das Atomkraftwerk hinzuweisen oder die angeketteten Menschen an Bäumen, deren Bilder durch das Fernsehen flimmerten. Auf dem Weg von der Volksschule nach Hause ging ich am Pfarrhof vorbei. Hier lockten mich die Fuchsien und Pelargonien, die im Mistkübel landeten. Die brachte ich mit nach Hause. Warum die schon vor dem Auspflanzen entsorgt wurden, war mir immer schleierhaft.

Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht wo es mich einmal beruflich hintreibt. Nach der Volksschule besuchte ich erst einmal das Gymnasium. Hier hatte ich einen Chemieprofessor, der mein Interesse an der Naturwissenschaft und im speziellen an der Chemie weckte. Da ich nach der Matura nicht recht wusste, was ich tun sollte, besuchte ich erstmals das Kolleg für technische Chemie in der Rosensteingasse. Noch während der Maturavorbereitung bewarb ich mich auf ein Inserat der Niederösterreichischen Umweltschutzanstalt. Die haben eine neue Abteilung namens „Sonderabfall“ gegründet und suchten Mitarbeiter. Sie suchten Chemiker für die Eingangskontrolle auf den niederösterreichischen Deponien. Ich konnte mir darunter nichts vorstellen und daher schaute ich mir die Anlage in Tulln mit meiner zukünftigen Chefin an.

Ein stinkender Berg, mit großen Geräten und Arbeiter, die ich nicht verstand waren meine ersten Eindrücke. Die angelieferten Fehlchargen an Schokolade von Schmidt und Söhne oder die Kleinigkeiten der Paper Box, fand ich schon interessanter und ich entschied mich die Stelle anzunehmen.

Ich war eine 21 Jahre alte junge Wienerin, was an sich schon ein Handicap war, hatte ein Dienstfahrzeug, so ein langer Ford ohne Fenster, und 2 Jahre davor den Führerschein gemacht. Völlig verkrampft fuhr ich im Schnitt mit 100km, eine gefühlte Ewigkeit auf der Westautobahn nach St Valentin. Ich kam da an und verstand diese Mostviertler überhaupt nicht. Mein nächster Schritt war ein Fahrsicherheitstraining und ein Besuch beim Friseur, um meine langen Haare loszuwerden.

Ich kontrollierte die Abfälle, die angeliefert wurden. Das war nicht immer angenehm. Unangenehm waren zB die Krankenhausabfälle, die Anfang der 90er Jahren noch nicht getrennt wurden oder Fernseher, die zu hunderten deponiert wurden (explodierten so schön, wenn der Kompaktor darüber fuhr). Nette Anlieferungen waren der Glasbruch der Glasverwertung, denn da waren damals noch die Plastikpfandflaschen drin. Ich sammelte die ein und brachte sie dem Handel zurück. Von dem Erlös kaufte ich mir mein Frühstück. Auch die Schokofabriken brachten die falsch verpackten Schokoladen auf die Deponie. Hier stürzte ich einmal mit einem Hechtsprung während dem Abladen Richtung Bonboniere, die dann aber nur Styroporkugeln für die Auslagen enthielt.

Durch die Kontrollen und die Gespräche mit den Betrieben verbesserte sich die Mülltrennung rapide. Es wurde, sehr zu meinem Leidwesen, der Werksverkauf bei den Schokoladefabriken eingeführt, Hygienisierungs – Maßnahmen bei den Krankenhäusern veranlasst und die ersten Recyclinganlagen für Fernseher errichtet.

Nach der Geburt meiner beiden Söhne und der Übersiedlung nach Niederösterreich nahm ich Ende der 90 Jahre den Job als Abfallberaterin im Bezirk Hollabrunn an. Das Wissen, das ich mir in den Jahren auf der Deponie und im Labor angeeignet hatte, kam mir hier zu Gute.

Ich habe das Glück, dass ich nie arbeiten gegangen bin, weil man das halt so macht, sondern weil es mir immer Spaß gemacht hat. Es wird nicht langweilig. Meine Aufgaben sind so vielfältig, dass ich nie das gleiche machen muss. Ich mache Workshops in Schulen, aber auch in der Erwachsenenbildung, die ganze mediale Begleitung auf Homepage, Zeitung, Social Media-Bereich gehören zu meiner Aufgabe. Die Abrechnung mit den Verpackungssystemen, die mich nach jedem Quartalsende vor eine neue Herausforderung stellt, die Dienstpläne für den Außendienst, Containerbestellungen, Umsetzung des elektronischen Lieferscheines/Begleitscheines, Arbeitsgruppenleitungen für verschiedene niederösterreichweiten Kampagnen und vieles mehr.

Da ich sehr neugierig bin, man sagt auch wissbegierig dazu, machte ich neben einer 30 Stunden Woche und Familie ein Studium für PR und Integrierte Kommunikation und die Ausbildung zum abfallrechtlichen Geschäftsführer.

Die Vereinbarung von Job und Familie funktioniert nur wenn das Umfeld passt. Ob es die Großeltern waren, die einsprangen, wenn einer der beiden Jungs krank war oder einen Teil der Ferienbetreuung übernahmen, mein Mann, der mit den Kindern spielte und sie ablenkte, während ich für die Uni büffelte oder die Tagesmutter, die auch einmal länger aufpasste, wenn man aus der Arbeit nicht wegkam.

Fazit: Ich liebe meine Arbeit, da kein Tag dem anderen gleicht. Ich arbeite unheimlich gerne mit meinen Kollegen aus dem Büro und aus den anderen Verbänden zusammen. Wir haben in den letzten 20 Jahren durch Kampagnen und Workshops viel zur Verbesserung der Abfallproblematik im Land beigetragen. Dieser Blog soll ein neuer Schritt in die moderne Abfallberatung sein.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen meines Blogs.

 

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