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  • Antwort Muvimaker 30. Juli 2019 at 11:19

    Sie bringen es auf den Punkt: Kaffeekapseln sind mindestens so unnötig wie Kaffeebecher. Aber solange George C „What else“ sagt, und die Frauenherzen höher schlagen, werden diese Undinger immer noch angeboten. Zum Plastiksackerl und der Aussage, dass man kaum noch welche bekommt: Es ist überhaupt kein Problem diese dünnen Exemplare zu ergattern. Im Obst- und Gemüsebereich gibt es nach wie vor diese Rolle, von der man ungeniert ein paar Meter entnehmen kann. Hinweise des Personals gibt es nicht, weil entweder nicht vorhanden, oder man sich doch keinen Kunden verscheuchen möchte.
    Weil Sie schon von der „thermischen Entsorgung“ am Artikelanfang sprechen, jedoch meinen, dass etwas verbrannt wird: Heutzutage wird alles anglikanisiert. Das klingt besser, ist jedoch meistens schwer bis gar nicht verständlich. So kann man natürlich auch die Problematik kaschieren. Wer würde heute „Kaffee über die Gasse“ sagen statt Coffee To Go?
    Doch zurück zum Thema: Papierwebung & Co. Die Werbung in Papierform ist so eine Sache. Einerseits ist ein gedrucktes Werk noch immer am besten zu lesen und auch der Eindruck ist um Klassen besser als auf jedem Bildschirm. Ich sitze zwar hauptberuflich am Computer und bin ansonsten viel im Netz unterwegs. Mich jedoch via PC mit der gleichen Intensität über diese Angebote zu informieren, welche ich per Post erhalte, das käme mir nie in den Sinn. So betrachtet hat die Papierwerbung durchaus Sinn. Allerdings verurteile ich diese pauschale Verteilung nach dem Gießkannenprinzip – alles für alle. Gewiss, es ist nicht einfach für jeden Haushalt nur bestimmte Prospekte zu verteilen, da lobt man sich den guten (mittlerweile auch schon) alten Newsletter. Aber dazu muss man ja online sein und ihn auch lesen, und dann sind wir bereits bei der eingangs erwähnten Problematik Papier/Bildschirm.
    Daher tendiere ich auch in Ihre Richtung – vorsortieren und gleich entsorgen in die Altpapiertonne. Praktischerweise steht diese gleich neben dem Briefkasten…
    Käme überhaupt keine Werbung, könnte ich auch damit leben und hätte hinsichtlich Papierverbrauch ein besseres Gefühl. So weiß ich allerdings, dass über die Altpapierentsorgung wenigstens dieser Teil des Lebens ganz gut funktioniert.
    Leitungswasser ist so eine Sache. Ich wohne zwar am Land und unser Wasser ist in Ordnung, trotzdem schmeckt es wesentlich schlechter als bspw Wiener Hochquelle. Die Leute in dieser Stadt sollten sich einmal ihrer Wasserqualität bewusst sein. Ein Glas Wasser wie in Wien – davon können andere Großstädte nur träumen.
    Was trinkt man also wenn das Wasser zwar genießbar, jedoch nicht optimal ist? Fruchtsäfte? Zuviel Zucker. Limonaden – pures Zuckerwasser. Lightgetränke? Fast nur in PET-Flaschen erhältlich. Alkoholische Getränke? Als überzeugte Antialkoholiker – nein!
    Kaffeemaschinen. Ich trinke zwar Kaffee, doch reicht eine normale Filtermaschine völlig aus. Der Geschmack ist nicht besser oder schlechter als die aktuell beworbenen Automaten. Man fragt sich oft, was wird hier beworben, ein Kaffeeautomat oder ein Hochdruckreiniger?
    Mein Gerät wird gelegentlich entkalkt, braucht nur rasch abbaubare Filter, der Kaffeesatz ist auch im Garten nutzbar und der Stromverbrauch konkurrenzlos günstig. Gelegentlich greife ich auch zum Pulverkaffee – stark muss er sein und schnell geht es auch. Preislich ist das zwar suboptimal, doch es ist ja nicht die Regel. Eigentlich trinke ich lieber einen guten Tee, doch dafür braucht es Zeit. Und am Morgen ist dies Mangelware.
    Baumwollpads: Bei allem Respekt – besser aus Baumwolle als mit Kunststoffanteil (wie bspw feuchtes WC-Papier). Egal unter welchen Bedingungen Baumwolle hergestellt wird – sie ist noch immer ein Naturprodukt. Das wiegt noch immer stärker als Produkte mit hohem Kunststoffanteil, der dann mehr oder weniger im Meer oder/und unserer Nahrung landet.
    Die Frage stellt sich, ob man Baumwollpads überhaupt verwenden muss und es nicht Alternativen (außer den selbst hergestellten) gibt? Als Mann tu ich mich da etwas schwerer, wenngleich ich der Ansicht bin, dass eine Frau sich nicht unbedingt (täglich) schminken muss. Womit hat man früher Schminke entfernt? Baumwollpads gibt es schließlich auch noch nicht ewig.
    Die Frage nach Einweg- oder Mehrwegwindeln möchte ich hier nicht abhandeln, denn es reicht oftmals der Blick auf die Produkte des neuen Erdbewohners, um sich eindeutig auf das Einmalprodukt festzulegen. Leider? Hier kann ich mich insofern ganz leicht aus der Affäre ziehen, dass sich bei mir das Problem nie stellte…
    Mein Fazit: Ich würde gerne viel mehr vermeiden, doch oftmals geht es beim besten Willen nicht. Möchte man etwas wiederverwerten, dann stößt man schnell auf Platzprobleme (insbesondere Wohnungsnutzende haben es hier schwer).
    Ich komme aus einer Generation innerhalb der sich die Wegwerfgesellschaft etablierte. Als Nutzer von sehr vielen gebrauchten Produkten war ich froh, mir endlich einmal etwas wirklich Neues leisten zu könnnen. Heutzutage setzt allerdings (und nicht nur angesichts der aktuellen Diskussionen) die Einstellung durch, dass gebrauchte Artikel durchaus einer Neuanschaffung vorgezogen werden können. Auch dieses Verhalten wirkt sich Richtung Müllvermeindung aus und ist ein Weg zum Zero Waist.

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