Im Moment geht es rund in unseren Abfallsammelzentren und bei der Weihnachtsmüll – Entsorgung des Abfalls daheim. Ich habe das Gefühl so schlimm wie heuer war es noch nie.

Der Run trotz Lockdown ist in den ASZ überwältigend. Die Kollegen übernehmen tonnenweise Kartonagen, Sperrmüll aber auch Bauschutt.

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Bürger laufen Sturm weil sie die Abfuhrpläne nicht erhalten haben. Andere haben ihn  selber über die Werbung entsorgt und brauchen noch einen. Die Unzufriedenheit des Lockdowns schwappt auf alle Bereiche über. Es wird geschimpft auf den Gefühlen anderer herum getrampelt und um sich geschlagen. So unwohl wie im Moment habe ich mich schon lange nicht gefühlt.

Wir werden fremdgesteuert, beobachten mit Argwohn die Umgebung und lästern was das Zeug hält im Internet. Ich habe das Gefühl, dass man nicht nach Lösungen sucht, sondern nur um sich schlägt.

Aber nicht nur negatives passiert im Moment, ich hatte ein sehr nettes Interview mit einer jungen Journalistin der NÖN. Wir besprachen die Problematik und Irrtümer der Abfallentsorgung rund um Weihnachten.

Weihnachtsmüll – Entsorgung

Restmüll

  • kaputte Christbaumkugeln
  • Lametta
  • abgebrannte Sprühkerzen
  • Kerzenstummel (oder zu neuen Schmelzen)
  • Verpackungen vom Christbaumbehang
  • Plastikstangerl der „Schirmchen“

Biomüll

  • Asterln vom Adventkranz
  • Christbaum zusammengeschnitten*
  • Lebensmittelreste

* Als Kind wohnte ich in einer Wohnung in der Stadt und hatten keine Möglichkeit denn Baum zu entsorgen. Mein Vater stand früher mit so einem richtigen Buschmesser im Wohnzimmer und drosch die Äste vom Stamm. In dieser Form wurde der Baum nach und nach in den Komposthaufen meiner Oma eingearbeitet. Das fällt mir immer ein wenn sich Leute aufregen, dass sie keine Möglichkeit haben den Baum zu entsorgen.

Altpapier

  • Geschenkspapier
  • Zeitungen
  • kleine zusammengelegte Schachteln

Glassammelinsel

  • Glasflaschen
  • Marmeladegläser
  • Parfumflaschen
  • Cremeflaschen

Abfallsammelzentrum

  • kaputte Lichterketten
  • zusammengelegte Schachteln
  • Elektroaltgeräte
  • Batterien (von der Knopfbatterie bis zur Gerätebatterie)
  • Verpackungskunststoff nach Sorten getrennt

Benimmregeln im Abfallsammelzentren

  • Abstand halten
  • Abfälle vorsortieren
  • Mund Nasenschutz auch im Freien

Hinterfragt das nicht, sondern tut es oder kommt erst wieder wenn das Gröbste vorbei ist. Auch unsere Leute tragen den Mund Nasenschutz nicht gerne. Es ist nicht lustig mit dem nassen Papp am Gesicht den ganzen Tag zu arbeiten oder wie es im Juni war, dass es so heiß war, dass du halbe Erstickungsanfälle hast.

Solange der Außendienst gesund ist, können wir die ASZ offen halten, also schützt euch und unsere Mitarbeiter.

Baum und Strauchschnittplatz

  • Christbaum

Fazit

Wir sind in der Abfallwirtschaft sehr bemüht die Entsorgung aufrecht zu erhalten. Auch uns geht es nicht gut. Ein Teil von uns arbeitet von daheim aus, andere halten die Stellung im Büro. Der Außendienst dirigiert die Maßen in den Abfallsammelzentren.

Homeoffice arbeiten bedeutet für mich, abgeschnitten zu sein von jeder persönlicher Kommunikation. Ich sitze in einem relativ finsteren Wohnzimmer. Den Tisch mit Büchern aufgebockt, dass die Höhe für mich passt. Wenig Bewegung, da die Distanzen nicht so groß sind wie in einem Büro. Das Telefon ist das einzige Medium nach außen. Es fehlt der persönliche Austausch unter den Kollegen. Das Köpfe zusammenstecken und neue Ideen mit den Abfallberatern umzusetzen.

Also bitte liebe Bürger und innen….wir machen was geht. Es ist nicht immer einfach. Nehmt Rücksicht auf andere und spart euch das herumgehacke auf Kosten anderer.

Mehr Informationen

Auf der Homepage des Abfallverbandes Hollabrunn

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