Abfallarme Weihnachten sind ein Wunsch denken. Oder doch nicht? Die Geschenke sind mit wunderschönen Papier verpackt zusätzlich mit einer Schleife. Innerhalb kürzester Zeit ist die Bescherung vorbei und man steht in einem Berg aus Papier, Kunststoffverpackungen, Bändern und abgebrannten Sprühkerzen. In meiner Kindheit hatte jeder eine Aufgabe. Meine Tante wickelte alle Bänder auf. Mein Vater glättete das Papier und faltete es fein säuberlich zusammen. Somit konnte beides wiederverwendet werden. Ich wurde Anfangs beschmunzelt, weil ich die Tradition weiterführte.Nichtdestotrotz fand ich das Aufräumen des Chaos nicht lustig. Tixo vom Papier entfernen, Papier zusammenlegen, Papier das komplett zerrissen war in einer Schachtel zu sammeln, damit es leichter fällt es zur Altpapiertonne zu tragen, Bänder in den Restmüll oder aufrollen. Da stand ich einige Zeit bis alles an seinem Platz war.

Woher kommt die Tradition der Weihnachtsgeschenke?

Diese Tradition ist vielfältig und nicht immer christlichen Ursprungs, denn der Brauch, anderen Menschen etwas zu schenken, ist so alt wie die Menschheit selbst. So feierten die Römer vor 2.000 Jahren am Ende des Jahres die sogenannten Saturnalien. Während dieser Zeit gaben die Reichen den Armen Geschenke – auch, um zu zeigen, wie wohlhabend sie waren. Die Christen setzten die Tradition fort, armen Menschen existenziell Notwendiges zu schenken.  Die Weisen aus dem Morgenland brachten laut Matthäus-Evangeliums zu Christi Geburt dem Heiland Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.

Schenken im Überfluss

Abfallarme WeihnachtenSchenken bereitet sowohl den Beschenken Freude, als auch denjenigen, die sich etwas dazu überlegten. Leider kennt der Überfluss dazu keine Grenzen mehr. Jeder möchte etwas geben, um nicht „gnausrig“ zu erscheinen, man versucht sich regelrecht zu übertrumpfen, mit noch mehr und noch teurer. Speziell die Kinder stehen dann in einem Berg an Spielzeug und sind mit der Menge überfordert. Oft waren es die Kleinigkeiten, die die größte Freude bereiteten. Loriot hat sich in den 1970 dazu seine Gedanken gemacht und dies in einem Kurzfilm dargestellt.

Laut einer Umfrage geben die Österreicher über 500€ für Geschenke aus. Wenn man das umrechnet ist das ein ganz schöner Batzen an Geld. All diese Präsente sind verpackt, weil das aufmachen der Überraschung steigert die Freude noch viel mehr.

Berge an Weihnachtmüll

Rund zehn bis 15 Prozent mehr Müll fallen zu Weihnachten mehr an als sonst, bei Altglas sogar mehr als 30 Prozent, laut Wiener Zeitung. Das sind in der Weihnachtswoche vor allem viel Verpackungsmaterial. 300 Tonnen mehr Altpapier als sonst sind es allein in Wien, 550 Tonnen mehr beim Restmüll, schreibt die Presse.

Ich überlegte mir einen Ausweg aus dem Müllberg. Ich bemalte Stoffsäcke und meine Mutter nähte Säcke in verschiedenen Größen. Nun sind sie bereits seit 20 Jahren im Einsatz. Zu Weihnachten ist im Nu aufgeräumt und wir haben nicht mehr Abfall als sonst.

Nicht nur mir war es ein Dorn im Auge, dass zu Weihnachten so viel Abfall produziert wird. Ich habe noch wem gefunden und bin überzeugt, dass es da draußen noch viel mehr wie uns gibt.

Interview mit Angelika Kukla

Abfallarme Weihnachten

Du arbeitest seit 3 Jahren beim VEFB, ein Verein, der auch ein Teil der großen Abfallwirtschaftsfamilie ist.

Den V.EFB lernte ich einige Jahre zuvor über einen Ferialjob bei der NUA kennen. Als ich damals die Halbtagsstelle beim V.EFB als Karenzvertretung antrat hatte ich auch noch genügend Zeit für mein Studium an der Boku (Kulturtechnik und Wasserwirtschaft). Zwischenzeitlich war ich dann beim TÜV SÜD Management Service tätig bevor ich, vor mittlerweile 3 Jahren, wieder zum V.EFB zurückkehrte.

Warum ist für dich Umweltschutz wichtig?

Geprägt hat mich da sicherlich das Studium und die diversen Jobs, die ich themenbezogen dazu nebenher gemacht habe. Jetzt beim V.EFB habe ich sowieso täglich damit zu tun. Irgendwann nimmt man das auch mit nach Hause und so habe ich begonnen im kleinen Rahmen Veränderungen vorzunehmen. Seit mein Sohn auf der Welt ist, achte ich da sicher noch mehr darauf als vorher!

Dir ist Abfallvermeidung ein Anliegen, wie integrierst du das in deinen Alltag mit Beruf und Familie?

Abfallvermeidung im Alltag zu integrieren ist gar nicht sooo schwer wie man zuerst vielleicht denkt.
Wir frühstücken z.B. alle gerne Joghurt mit Obst und Müsli. Da kommt über eine Woche schon etliches an Verpackungsmaterial zusammen (Obst wird soweit es möglich ist unverpackt gekauft), daher haben wir uns einen Yoghurtbereiter gekauft wo in Glasgefäßen das Joghurt auch ganz leicht mit ins Büro genommen werden kann. Milch gibt’s bei uns in Glasflaschen. Ja- ich weiß! ist zwar Einweg, aber ich verwende sie dann weiter um beispielsweise selbsthergestelltes Waschmittel oder Säfte darin aufzubewahren. Mein Mann war anfangs sehr skeptisch, als es darum ging eine Bambuszahnbürste zu verwenden oder Roggenmehl mit Wasser anstatt Haarshampoo, Seife anstatt Duschgel usw. ….aber mittlerweile ist auch er überzeugt 😉
Plastiksackerl gibt es bei uns z.B. gar nicht, da hab ich Stoffsackerl oder Weidenkörbe, die halten auch viel mehr aus! Prinzipiell verzichte ich auf Einwegprodukte (kleine Stoffreste werden zu Ersatzwattepads, keine Strohhalme oder Wattestäbchen).

Abfallarme Weihnachten  Abfallarme Weihnachten

Bei den Windeln für unseren Sohn ist das ein bisschen schwierig, da verwenden wir zumindest Öko-Windeln.
Vieles an Abfall kann man schon beim Einkauf vermeiden und da achte ich sehr darauf, auch was die Mengen an Lebensmitteln angeht! Gerade rund um die Feiertage neigt man ja gerne dazu Hamstereinkäufe zu machen, weil die Geschäfte ja eine gefühlte Eeeeewigkeit geschlossen haben, zumindest könnte man das meinen, so wie manche Einkaufswägen angefüllt sind.

Wie versuchst du zu Weihnachten Abfall zu vermeiden?

In der Weihnachtszeit bzw. beim Schenken kann man viel vermeiden, wenn man sich einmal ein bisschen mehr Mühe macht! Letztes Jahr hab ich Säckchen für den Adventkalender für meinen Sohn genäht, da gibt’s keinen aus Plastik und Papier- und ich kann ihn über Jahre weg immer wieder benutzen.Abfallarme Weihnachten

Sonst achte ich darauf, dass die Geschenke auch sinnvoll und nützlich sind! Der Nikolaus bringt gefüllte Socken aus Wolle (die strickt meine Mama massenhaft;), Schuhschachteln werden als Geschenkbox um dekoriert, statt Geschenkpapier wird Stoff benutzt (Sackerl die dann zum Einkaufen weiter genützt werden, Geschirrtücher sind da auch ein guter Tipp!) Diese Verpackungen drehen dann auch ihre Runden innerhalb der Familie (ReUse). Somit lohnt sich der Mehraufwand der entsteht allemal, vor allem wenn ich auch andere dazu bringe Verpackungsmüll zu reduzieren.

Wie stehen kurz vorm Einweg Sackerl Verbot, nimmst du auch einen Umschwung in Richtung Nachhaltigkeit wahr?

Generell finde ich, dass sich im letzten halben Jahr sehr viel bewegt hat in Richtung nachhaltig leben, Abfall vermeiden…das sind zumindest die Erfahrungen aus meinem Umkreis! „Öko“ ist mittlerweile Mainstream und hat nicht mehr diesen Hippie Touch.

Danke für das Gespräch und ich freue mich, dass sich wieder etwas im Umweltschutzsektor tut.

Fazit

Ich glaube, dass sich medial im Bereich der Einwegverpackung viel tut. Das Einweg Plastik Sackerl Verbot ist ein Weg in die richtige Richtung. Es mag für den einen oder anderen von euch lächerlich erscheinen, aber es wurde ein Umdenkprozess in Gang gesetzt, vor dem sich keiner verschließen kann.

Viel Spaß beim Lesen und basteln. Schickt mir eure Ideen für abfallarme Weihnachten, eure Trennsetterin

Quelle

Weihnachten ist Geburtstag

Wikipedia

Weihnachtsgeschenke Deutschland