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  • Antwort Muvimaker 16. August 2020 at 17:06

    Vorweg: Ich habe die Dokumentationen auch gesehen und es ist erschreckend was hier gezeigt wird, vor allem, was der Kaufwillige nicht weiß, weil man über solche Dinge besser nicht spricht und weil es ja gar nicht so schlimm ist – verglichen mit den Vorteilen der Elektrofahrzeuge (Ironie aus).
    Man sollte vor allem die rosarote Brille beim Betrachten von Hochglanzprospekten und reißerisch gemachten Werbefilmen abnehmen. Als Hauptargument für Elektroautos werden immer die geringen Verbrauchskosten und die kaum anfallenden Reparaturen sowie Befreiung von Steuern und Abgaben angeführt. Verschwiegen wird jedoch, dass man ein solches Fahrzeug mindestens 100.000 km nutzen muss, damit es im Vergleich zu einem mit fossilen Treibstoffen angetriebenen Fahrzeug günstiger abschneidet. Und dann beginnt schon das erste Problem mit dem Akku. Die Leistung lässt spürbar nach, es werden hohe Mehrkosten für einen Tausch fällig (falls man nicht bereits ein Mietmodell gewählt hat, doch auch das verursacht monatliche Mehrkosten). Viele Rohstoffe für die Herstellung (Lithium, seltene Erden, Edelmetalle, etc) werden unter immens schädlichen Bedingungen abgebaut, es wird kostbares Wasser verbraucht, Menschen wird binnen relativ kurzer Zeit der Lebensraum entzogen oder unbrauchbar gemacht. Auch Tiere müssen leiden (Lamas erblinden wegen der übermäßigen Staubbelastung) und sind mehr oder weniger verseucht, somit als Nutzvieh nicht mehr zu gebrauchen. Ist der Abbau beendet oder nicht mehr rentabel, bleibt tote Erde zurück. Fall sich jetzt die Befürworter an den Abgasen des Verbrennungsfahrzeuges stoßen, die Emmission ist bereits in der Kalkulation enthalten.
    Obwohl ein Elektrofahrzeug wesentlich weniger Einzelteile als ein konventionelles aufweist, sind die Probleme für eine Wiederverwertung ungleich größer (siehe Batterierecycling im Artikel).
    Aktuell gibt es noch einen relativ geringen Anteil von Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr. Was passiert jedoch, wenn große Konzerne ihre Flotte wirklich umstellen werden bzw sie gesetzliche Auflagen dazu zwingen? Die großen Mengen an Lithium sind zwar theoretisch vorhanden, doch praktisch muss man sie erst einmal abbauen. Wie sieht es dann mit dem ökologischen Fußabdruck global aus? Woher kommt der Strom für die vielen Fahrzeuge, und vor allem wie löst man dieses Problem in den dichten Ballungsräumen? Hat dann jeder Fahrzeugbesitzer ein Stromkabel aus dem Fenster hängen, oder sind die Parkgaragen dann voll mit Ladesäulen (neben den sowieso schon viel zu engen Parkplätzen)?
    Fragen über Fragen. Ich möchte hier keine Negativwerbung für Elektrofahrzeuge machen, denn ich habe schon einigemale mit einem solchen liebgeäugelt. Betrachtet man jedoch die obigen Argumente (neben den noch immer sehr hohen Anschaffungskosten), so steht das Elektrofahrzeug gar nicht mehr so gut da. Leider achten sehr viele Leute nur auf die Betriebskosten, so wie sie bei einem konventionellen Fahrzeug nur auf den Verbrauch schauen. Doch das ist leider nur die halbe Miete, denn um wirklich „umweltbewusst“ unterwegs zu sein, ist selbst ein Elektrofahrzeug lediglich eine Übergangserscheinung.

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