Plastiksackerl

Plastiksackerl Verbot? Essverbot in den Öffis? Es hagelt rundherum Verbote. Für viele ein Ärgernis und auch unverständlich. Es mag schon komisch klingen, warum man in Österreich Plastiksackerl verbietet, wo wir doch keinen Meeranschluss haben. Wo ist das Meer und wo sind wir? Wir sind doch nicht Schuld, dass im Meer das Plastik treibt? Erst kürzlich besuchte ich eine Schule und im Rahmen des Workshops, fragte ich die Kinder:“ Wo wird der Restmüll hingebracht-wie wird er verarbeitet?“ Ein Mädchen sagt:“ Er wird ins Meer gekippt!“ Da war ich doch etwas Baff. Kommt das bei den Menschen wirklich an? Die Kinder wissen bereits, dass im Meer das Plastik schwimmt. Sie wissen, dass die Vögel und Meeresbewohner daran sterben. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass der Umgang mit Mutter Natur sehr sorglos ist.

Das Littering am Straßenrand wird nicht besser

Ob es die Zigarette ist, die aus dem Auto fliegt oder in den Kanal geschmissen wird. Die Fastfoodsackerl, die im hohen Bogen aus dem Fahrzeug fliegen oder die Getränkeflaschen, die aus dem Fenster geschmissen werden. Dazu haben wir übrigens vor einigen Jahren einen Film gedreht, der dann auch in den Fahrschulen präsentiert wurde. Brauchen wir ein Verbot, dass das nicht mehr passiert?

Littering

Es war einmal ein Film

Wir werden mittlerweile mit der Nase auf das Problem unseres Planeten gestoßen und noch immer macht es nicht Klick in unseren Birnen. Bereits 1982 wurde in Es war einmal ein Mensch unsere Zukunft aufgemalt. Die Vorhersagen sind bereits eingetroffen. Noch viel früher als sie sie uns damals erzählt haben. Zahlreiche Actionfilme malen düstere Zukunftsbilder: Naturkatastrophen, Ölknappheit, Kriege und trotzdem passiert kein Umdenken-nichts.

Brauchen wir so lächerliche Verbote: Wie kein Wattestäbchen, Einmalbesteck oder Luftballonstangerl? Offensichtlich. Denn wenn wir uns nicht lustig machen würden über diese eigenartigen Verbote, würden wir nicht über das Problem reden..wir produzieren zu viel Dreck ohne Nachzudenken, wo das hinführt.

Ohne diese merkwürdigen Verbote würden wir weiter produzieren und konsumieren mit der Ausrede, naja wenn es doch die Wirtschaft produziert, dann müssen wir es doch kaufen!?

Ich sage nein. Wir haben einen Kopf mit einem Gehirn drin..das Ding das zwischen unseren Schultern drohnt..wir haben die technischen Möglichkeiten im Internet alles recherchieren zu können und gegeneinander abzuwägen. Es ist nicht zwingend notwendig alles ohne zu hinterfragen, zu konsumieren.

Wir haben es in unserer Hand

Fragt irgendwem auf der Straße, was sein Beitrag zum Umweltschutz ist. Ich behaupte die meisten, sagen Müll trennen. Auch bei einer Umfrage aus dem Jahr 2014, kam genau das heraus. Warum sind dann die Ergebnisse so mies, warum liegt dann immer noch der Dreck im Straßengraben, wenn doch alle so brav Müll trennen und ihn niemand auf die Straße schmeißt..irgendwas stimmt da nicht.

Plastik im Biomüll

Wir sehen es tagtäglich bei der Qualität des Biomülls. Biomüll wird kompostiert. Das heißt, es verrottet und wird wieder zu Erde. Ihr glaubt ja nicht, was sich da alles im Behälter findet. In Großstädten gibt es oft keine Biosammlung mehr, weil die Qualität so schlecht ist. In Wohnhausanlagen im ländlichen Raum haben wir das gleiche Szenario.

Küchenabfälle werden im Plastiksackerl gesammelt und landen damit in der Tonne. Am Kompostplatz präsentiert sich dann ein Bild an Plastik und Biomüll. Natürlich werdet ihr sagen, lasst doch die Tonne stehen.

Kompostplatz
Sackerl mit Küchenabfällen
Kompostplatz
Glühbirne am Kompost
Biotonne
stehen gelassen
Kompostplatz
Zuviel Kunststoffanteil
Voriger
Nächster

Machen wir auch, aber nicht immer liegt der Kunststoff an der Oberfläche. Auch kompostierbare Sackerl sind dazwischen. Sie sind kaum vom Plastiksackerl zu unterscheiden.

Fazit

Ich betrachte nur einen kleinen Bereich unseres Lebens: Einwegkunststoff! Es schaut tatsächlich danach aus, dass es notwendig war, ein Verbot auszusprechen. Wattestäbchen und co wirken lächerlich, aber ohne dem würden wir nicht über Einwegplastik, Flaschenpfand, Mehrwegflaschen, Einkaufen mit Glasgeschirr oder regionalen Einkauf sprechen.

Manche Verbote sind lächerlich (Auch Spaß muss sein):

Man darf in Deutschland zwar nackt im Auto sitzen oder dieses auch fahren, aber vor dem Aussteigen müssen sich Fahrer und Beifahrer anziehen, sonst kostet es 40 Euro, wenn die Polizei die Nackten erwischen.

In Alabama ist das Fahren mit verbundenen Augen verboten.

Schade, dass wir Verbote brauchen, um uns vor uns selber zu schützen. Offensichtlich ist es eine Eigenschaft des Menschen, dass wir solange zum Brunnen gehen, bis wir reinstürzen. Alle düsteren Prognosen sind zu wenig, um die Gier der Konzerne zu stillen und ein Umdenken in unseren Konsum herbeizuführen.

Ich glaube fest daran, dass wir mit Aufklärungsarbeit und Lobbying viel erreichen können….sonst müsste ich mir eine andere Arbeit suchen, wenn dem nicht so wäre. Darum schreibe ich weiter meine Artikel, die hoffentlich zum Nachdenken anregen, zu dem einen oder anderen Tischgespräch führen und ,dann, wenn einer, der sonst die Zigarette in den Kanal schmeißen würde, sie in den mitgebrachten TAschenbecher gibt oder das Papierl aufhebt, dass er verloren hat..dann ist es ein kleiner Sieg.

Eure nachdenkliche Trennsetterin

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