In die Berg

In die Berg bin I gern! Schifahren, wandern, die Bergluft genießen, die Seele baumeln lassen. Das ist etwas Schönes. Von oben auf die Welt blicken! Leider hat auch hier der Mülltourismus Einzug genommen. 

Ob es die Schistöcke, Handschuhe und Zigarettenpackerl auf der Lifttrasse sind oder im Sommer die Flaschen und Dosen fein säuberlich hinter einem Stein verborgen.

Wir wollen die sauber Luft genießen, dem Alltag entliehen und schaffen es nicht unsere Berge sauber zu halten.

Verrottungsdauer in den Bergen

Habt ihr gewusst, dass es in der Bergen noch länger dauert bis der Abfall verrottet als im Flachland, wenn überhaupt?

  • Bananen- oder Orangenschale 1-3 Jahre
  • Papiertaschentuch 1-5 Jahre
  • Zigarettenstummel 2-7 Jahre (+ Chemikalien, Schwermetalle)
  • Kaugummi 5 Jahre
  • Blechdose 50-500 Jahre
  • Plastikflasche 100-5.000 Jahre
  • Aludose 400-600 Jahre
  • Glasflasche (ganz) 4.000-50.000 Jahre – nicht messbar (Quelle: Alpenverein)

Besonderheiten des alpinen Klimas

Abfälle in höher gelegenen Regionen unterliegen anderen klimatischen Bedingungen als im Tal beziehungsweise im Flachland. Bei Überschreiten der Baumgrenze, wo kaum noch Pflanzen gedeihen und Mikroorganismen vorzufinden sind, verweilen Abfälle wesentlich länger in der Natur.
Die Verrottungszeiten sollen einen Anhalt dafür geben, wie lange diese Abfälle als eine Gefahr für die Tiere und Pflanzenwelt, sowie für Gewässer und Boden im Sinne einer Kontamination in der Natur Bestand haben. Die besonderen Wind- und Wetterverhältnisse in den Bergen sorgen zusätzlich für erschwerte Bedingungen, da der Müll so an die entlegensten Stellen in den Bergen getragen wird. Hinzu kommt noch, dass durch die Witterungsbedingungen in den Bergen – selbst bei organischen Stoffen wie Orangenschalen – die Stoffe wesentlich länger brauchen, bis sie abgebaut beziehungsweise zersetzt sind.

Gefahren für Wild und Weidetiere

Tiere können durch das Fressen von Abfällen qualvoll ersticken oder sie verfangen sich beispielsweise in Müllsackerln – die so schnell zu einer tödlichen Falle werden. Schneiden sich die Tiere an scharfen Kanten – beispielsweise von Dosen und zerbrochenem Glas – verenden sie meist daran, da sie zu einer leichten Beute werden, sich nicht mehr ernähren können oder weil sich die Wunden infizieren. Vorrangig registriert werden jährliche Verluste in der Viehwirtschaft, wenn Weidetiere Gegenstände wie beispielsweise Dosensplitter oder unverdauliche Kunststoffteile im
Futter verschlucken. Diese verursachen in weiterer Folge bei den Tieren schwere innere Verletzungen, die letztendlich zum qualvollen Tod führen. Die Dosen gelangen nämlich bei der Heuernte mit in den Häcksler und werden so schnell von einem vermeintlich „harmlosen Gegenstand“ für die Tiere zur tödlichen Falle.

Gefahren für Landwirtschaft und Trinkwasser

In diesem Zusammenhang sind auch menschliche Exkremente beziehungsweise Hundekot zu nennen, die ebenfalls ein immer größer werdendes Problem darstellen. Sie entwerten die Flächen als Nahrungsflächen und können zusätzlich schwere Krankheiten (Bakterien, Viren, Parasiten) übertragen, so der Tiroler Bauernbund, der dabei beispielsweise auf Nesporose (verursacht Totgeburten bei Rindern) verweist.

Hotspots

Die Hotspots konzentrieren  sich vor allem an Stellen, bei denen angenommen wird, dass sich
„ein anderer“ darum kümmern wird, wie beispielsweise rund um die Hütte oder an Rastplätzen oder aber auch an Plätzen, die eine längere Verweildauer verursachen (Sitzbereiche, Aussichtspunkte etc.). Hier sinkt die Hemmschwelle sich seines Abfalls unsachgemäß zu entledigen.
Hinzu kommen Hotspots wie die Anfahrtsstraßen zu den Parkplätzen, die Parkplätze selbst, Badestellen entlang von Seen und Flüssen. Fallweise werden auch noch Altlasten in
der Umgebung von Hütten gefunden.

Was wird gelittert?

Verpackungen (vor allem Zigarettenschachteln, Plastiksackerl, PET-Flaschen und Aluminiumdosen) aber auch Zigarettenstummel und Taschentücher werden oft an Parkplätzen,
Rastplätzen, unterwegs (Sitzbereiche/Rastplätze/rund um die Hütte), am Gipfel und in Hütten beziehungsweise Biwaks registriert. Dafür werden entlang der Wanderwege vor allem Zigarettenschachteln und -stummel, Taschentücher, aber auch Aluminiumdosen und Plastiksackerl gefunden.

In die Berg
Essensreste werden oft auf Wanderwegen, an Sitzbereichen/Rastplätzen/rund um die Hütte, aber auch am Gipfel und in Hütten/Biwaks vorgefunden. Auffällig ist, dass in sämtlichen Regionen sehr wenig bis gar nichts an Waldrändern und Wiesen gefunden wird und falls doch, dann sind es Fäkalien beziehungsweise das dazugehörige WC-Papier an den Waldrändern.

Fazit

Gerade in Tourismusregionen verstehe ich nicht, warum überhaupt gelittert wird. Es suchen doch vorwiegende Leute diese Plätze auf, weil die schön sind, natürlich und Erholung garantieren. Wir haben gelernt, wenn wir wandern gehen, nehmen wir die Sachen, die wir am Berg mitgenommen haben wieder mit. Im Rucksack habe ich eine Isoflasche mit Wasser, die man wieder auffüllen kann, Äpfel, die bis am Stingel gegessen werden, Nüsse und Schoko in einer Dose, wenn die Kraft nachlässt und manchmal Faschierte Laberln. Alles was rauf geht, kann auch wieder mitgenommen werden.

Also wenn euch die Natur wurscht ist, bleibt daheim und wenn ihr gerne in den Bergen seit, dann nehmt den Dreck wieder mit, eure Trennsetterin

Quelle

Publikation des Alpenvereins: Handbuch

Reinwerfen statt wegwerfen: Saubere Berge

Abfallwirtschaft Tirol: Sauber statt Saubär

Bild im Text: Ing Alexander Würtenberger, ATM Tirol

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