Achtlos weggeworfener Müll, auch Littering genannt, hat viele Auswirkungen. Er verschandelt die Landschaft, gefährdet die Natur und verursacht hohe Kosten durch die Beseitigung. Diese Konsequenzen sind mehr oder weniger bekannt. Dass Littering aber auch ein Problem für die Landwirtschaft ist und letztendlich zur Verunreinigung unserer Lebens- sowie Futtermittel führen kann, ist vielen Menschen nicht bewusst. Ich habe dazu einige Artikel gelesen und war entsetzt, welche Gefahr es wirklich darstellt. Ich habe dazu zwei Experten aus dem Bezirk Hollabrunn interviewt und sie bestätigten mir das, was ich in der Zeitung gelesen habe:

Mc Donald Abfall auf der Straße

Das Interview

Obmann der Landwirtschaftskammer Hollabrunn Bgm. Fritz Schechtner, Landtagsabgeordneten Bgm Richard Hogl und Obmann Karl Weber:

Trennsetterin:

Die heimischen Bäuerinnen und Bauern erzeugen hochwertige regionale Lebensmittel nach höchsten Umweltstandards, produzieren beste Futtermittel für ihre Tiere und sorgen für einzigartige Lebensräume. Littering erschwert ihnen jedoch ihre Arbeit.

Obmann Karl Weber: Man bemerkt, dass im Frühjahr, wenn der Tourismus los geht, vermehrt Dosen und Flaschen am Wegesrand herumliegen.

Landtagsabgeordneter Richard Hogl: Es gibt neuralgische Punkte, wo speziell die Anhäufung von Fastfood Sackerln auffällt.  Diese Abfälle finden sich das ganze Jahr über auf der Straße und sind nicht nur ein optisches Problem.

Voriger
Nächster

Wo liegt das Problem, wenn Abfälle am Feld liegen?

Landtagsabgeordneter Richard Hogl : Jeglicher Abfall, der auf den Feldern landet, könnte zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden, wodurch es letztendlich zu Müllkontaminationen in Lebensmitteln und damit zu einem Gesundheitsrisiko für Mensch als auch Tier kommt.

Obmann Friedrich Schechtner: Im Frühjahr sind man die Abfälle noch sehr gut, aber wenn das Getreide auf den Felder steht und gedroschen wird, werden die Abfälle zerkleinert und gemeinsam mit dem Heu zu Ballen gepresst. Somit gelangen die Alustücke von Dosen in die Futterkette. Die Hälfte der landwirtschaftlichen Fläche wird verfüttert. Wir haben zwar im Bezirk keine großen Viehbestände, aber es wird das Heu vor allem in den Westen von Österreich transportiert. Wenn nun ein Tier dieses Stroh frisst, kann es zu Notschlachtungen kommen!

Obmann Karl Weber: Auch die Landwirte müssen vermehrt in die Pflicht genommen werden. Gitter aus Kunststoff oder aus Karton als Schutz vor Tierfraß, gelangen immer wieder durch starken Wind in die Natur. Es verhängt sich in den Böschungen, die wiederrum gehächselt und auch an Wild verfüttert werden.

Trennsetterin: Gibt es Lösungen für Materialen wie Gitter oder Bänder aus der Landwirtschaft, dass man auf verrottbares Material zurückgreifen kann?

Obmann Friedrich Schechtner: Ja, aber auch verrottbares Material braucht einige Jahre und ist daher keine Lösungen, wenn Gras zu Heuballen gepresst und zur Tierfütterung verwendet wird. Tier verenden auch am biologisch abbaubaren Kunststoff.

Es ist eine Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen, denn das gefährdet neben der Biodiversität auch Nutz- und Wildtiere, Bodenorganismen und nicht zuletzt die Sicherheit der gesamten Nahrungsmittelkette.

Trennsetterin: Gibt es außer Verpackungen noch andere Abfälle, die sich störend auf die Landwirtschaft auswirken?

Obmann Friedrich Schechtner: Ja, Essensreste, die aus dem fahrenden Auto geschmissen werden. Viele haben den Glauben, es handelt sich um Bioabfälle, die verrotten. Sie verschimmeln vorher und gelangen so ebenfalls in die Nahrungskette und gelangt durch die Verfütterung zurück. Tiere und Menschen sind somit gefährdet.

Landtagsabgeordneter Richard Hogl: In Zeiten der afrikanischen Schweinepest, die im Osten Europas wütet, können beim Kauf von Lebensmittel und anschließenden illegalen Entsorgen in der Landschaft, Seuchen begünstigt und verschleppt werden.

Trennsetterin: Felder sauber halten und Ressourcen schonen

Landtagsabgeordneter Richard Hogl: Durch Littering ist gesundheitsgefährdend für  Mensch und Tier!

Obmann Friedrich Schechtner : Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist es ein Selbstverständnis, mit den natürlichen Ressourcen sorgsam umzugehen. Schließlich ist das die Basis für eine enkeltaugliche und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft über Generationen hinweg. Durch das achtlose Entsorgen von Müll wird die Arbeit der Landwirte erschwert. Daher ist es notwendig, dass jeder Einzelne durch mehr Achtsamkeit seinen Beitrag leistet.

Obmann Karl Weber: Wer seinen Müll in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter wirft, trägt neben dem Naturschutz auch zur Schonung von Ressourcen bei. PET-Flasche, Alu-Dose, Zeitungspapier oder Glasbehälter – wir wollen alle Verpackungen zurück. Richtig gesammelt und korrekt getrennt sind Abfälle wertvolles Ausgangsmaterial für neue Verpackungen oder Produkte. Das gilt es im Sinne der Nachhaltigkeit zu nutzen. Wir können es uns weder ökologisch noch ökonomisch leisten, Rohstoffe einfach in die Landschaft zu werfen.

Fazit

Littering ist nicht nur schiach, sondern es hat auch Konsequenzen für uns. Ich frage mich ja manchmal, ob diese Leute wirklich glauben, dass die Landwirte die Flaschen und Dosen alle ausklauben, vor allem wenn das Korn hoch steht. Oder ob das dann vergraben wird? Was in die Köpfe rein muss: Das Material wird meistens durch die landwirtschaftlichen Geräte zerkleinert, bei der Heuernte in die Heuballen hineingepresst und verfüttert. Somit können Rinder elendiglich verenden. Daher Stopp Littering!

Ähnliche Artikel

Stopp Littering: We clean up the world

Plastik, böse oder nicht? Steht die Plastikflut im Kontext zur Todesangst

Illegaler Müllexport: Ein Interview mit einem umweltkundigen Organ

Der Taschenbecher: Rauchzeichen für den Umweltschutz